Ortsteil Bronnen
Ortsvorsteher: Andreas Lebherz
Buchenring 18
88480 Bronnen
Tel.: 07392/18384

Bronnen liegt ca. 2 Kilometer nordöstlich von Laupheim an der Kreisstraße 7519. Die Dorfstraße zieht in einer quellenreichen Hangdelle vom Hochterrassenrand gewunden herab bis kurz vor die Rotbrücke. Der untere Abschnitt grenzt direkt an die inzwischen vereinzelt zumeist gewerblich bebaute Talsohle. Sie ist ansonsten der Bereich der größeren Höfe, die auch wie die anderen landwirtschaftlichen Anwesen ganz ungeregelt angeordnet sind.








Ortswappen von Bronnen

Wappenbeschreibung:
In geteiltem Schild oben in Blau schräggekreuzt eine brennende goldene Kerze und ein goldener Abtstab, unten in Gold ein blauer Dorfbrunnen.

Wappendeutung:

Die Kerze ist das Attribut des heiligen Blasius, des Kirchenpatrons von Bronnen. Der Abtstab soll an die Beziehungen des Ortes zu verschiedenen Klöstern erinnern. Die niedere Gerichtsbarkeit tatte seit 1710 das Kloster Wiblingen, die hohe Gerichtsbarkeit besass das Kloster Salem und von diesem das Kloster Heggbach als Afterlehen. Die Kirche in Bronnen war im Mittelalter dem Kloster Sankt Blasien inkorporiert. Der Dorfbrunnen deutet als redendes Wappen auf den Ortsnamen. Die Farben Gold und Blau sind dem Wappen des Klosters Sankt Blasien entnommen.
 
 

Zur Geschichte

Das im Jahre 1157 erstmals urkundlich bezeugte Rottaldorf "Brunnon" - in den Jahren 1275, 1453 und 1580 bereits als Bronnen erwähnt - das damals auch schon Pfarrort war, dürfte allerdings wesentlich älter sein. Die hier entdeckten alemanischen Reihengräber legen diesen Schluss nahe. Der Name stammt vermutlich von den zahlreichen Quellen, die im Ortsbereich entspringen und deretwegen im oberen Dorf keine Keller angelegt werden konnten. Südlich von Bronnen lag das wohl vor 1400 abgegangene Ringelhausen - 1453 Acker gen Ringelhausen/1466 Stockäcker zu Ringelhusen - dessen Markung vermutlich zwischen Laupheim und Bronnen aufteilt wurde.

Niederadelige Herren von Bronnen lassen sich von 1266 bis 1365 nachweisen. Sie traten häufig im Gefolge der Grafen von Kirchberg auf. Hernach ist die Geschichte Bronnens sehr eng mit der Geschichte Achstettens verwoben. Bronnen und der Weiler Mönchhöfe gehörten wohl schon Ende des 14. Jahrhunderts den Herren von Freyberg zu Achstetten, von denen 1467 Balthasar als Inhaber genannte ist, und die ihn bis zum Tode des Philipp Eduard - er wurde als letzter männlicher Erbe am 18. Dezember 1639 von einem Pferde zu Tode geschleift - innehatten.

Die beiden Drittel der Herren von Freyberg erbten nach dessen Tode seine vier Schwestern:
Johanna Sabina war in erster Ehe mit einem Grafen von Wolkenstein, in einer zweiten mit einem Grafen Lodron verheiratet.
Maria Magdalena heiratete in erster Ehe einen Freiherrn Trapp, in zweiter Ehe einen Freiherrn Firmian.
Die beiden ledigen Schwestern, Nonnen in den Klöstern St. Katharina in Konstanz und St. Scholastika in Rorschach, wurden erst 1651 durch ein Urteil des Reichshofrats zu Miterbinnen anerkannt.

Durch einen Vergleich von 1653 fiel das Erbe an diese beiden Klöster, jedoch unter Anerkennung eines Vorverkaufsrechtes für die Inhaberin Achstettens, die Gräfin von Wolkenstein, spätere Gräfin Lodron. Sie veräußerte Bronnen 1684 an Christian Erasmus Racknitz, dessen Söhne es 1710 an das Kloster Wilblingen verkauften, wodurch dieses bis 1805 die Ortsherrschaft ausübte. Es war nach einem Streit über einen Totschlag 1535 vereinbart worden, dass die Hohe Gerichtsbarkeit (Hoch- und Blutgerichtsbarkeit) der Landvogtei Schwaben zustehen sollte, den Herren von Freyberg dagegen alle anderen Sachen und die Niedergerichtsbarkeit. Als Hans Georg von Freyberg 1603 die Hohe Gerichtsbarkeit von Österreich zu Lehen erhielt, wurde sie auch auf Bronnen und 1606 auf den Weiler Mönchhöfe ausgedehnt. Es gelang jedoch dem Kloster Gutenzell, 1685 mit ihr belehnt zu werden. Salem schloss 1766 mit den Herren von Welden einen Vergleich über die Jurisdiktion (Weltliche und geistliche Gerichtsbarkeit) ab und überließ 1768 dem Kloster Gutenzell die Hohe Gerichtsbarkeit sogar als ewiges Afterlehen. Gutenzell verlieh daraufhin 1769 dem Freiherrn von Welden seine Jurisdiktionsrechte sowie die Nomination des Pfarrers auf 20 Jahre.

Das im 14. Jahrhundert sanktblasianische Patronatsrecht gehörte je zur Hälfte den Ortsherren und der Linzgauzisterze Salem, dessen Paternitätskloster Heggbach (Paternität = Vaterschaft) in Bronnen begütert war und Zehntrechte besaß. Als Zubehör der Markgarfschaft Burgau fiel der wiblingische Ort 1805 an Bayern, kam aber durch die Rheinbundakte 1806 an Württemberg. Es wurde 1807 bzw. 1809 dem Unteramt Wilblingen bzw. dem Oberamt Biberach, ab 1810 dem Oberamt Wiblingen (mit dem bis 1826 bestehenden Unteramt Laupheim) zugeteilt. Seit 4. August 1845 war Bronnen dem neu gebildeten Oberamt Laupheim angehörig. Mit der Aufhebung des Oberamts Laupheim kam es dann am 1. Oktober 1938 zum Landkreis Biberach.
 
 

Sehenswürdigkeiten



Das relativ kleine Dorf überrascht durch eine vorbildliche Ortskerngestaltung. Die barocke Pfarrkirche - noch immer umgeben vom Friedhof, der nach Südosten hin 1983 in unmittelbarer Nähe derselben erweitert wurde -, das neue Rathaus mit der Schule, die Grünanlagen um den Parkplatz und ein neuer Sandsteinbrunnen verbinden sich zu einem harmonischen Gesamtbild. Am Rand darin einbezogen ist der zu einem Forellenweiher gestaute Ortsbach, der ein großes oberschlächtiges Wasserrad treibt - eine selten gewordene Dorfidylle. Südlich des daran vorbeiführenden Weiherwegs schließt sich das 1993 eingeweihte Gemeindezentrum an, in dem auch Kindergarten und Räumlichkeiten der Kirchengemeinde integriert sind.

Die in ihrem Kern spätgotische katholische Pfarrkirche Sankt Blasius und Margaretha, die vom frühen 17. Jahrhundert bis 1752 vorübergehend Filialkirche von Achstetten war, wurde in den Jahren 1658 (Turm), 1667 (Deckentäfer) und 1672 (Apostelfiguren) erneuert und verändert und in den Jahren 1711/12 (Altar), 1721 (totale Barockisierung) und 1731 bis 1737 (Erneuerung der Ausstattung) gänzlich umgestaltet. Als Maler wirkte in den zuletzt genannten Jahren Martin Weller aus Ehingen mit, während der Dietenheimer Bildhauer Dominikus Hermenegild Herberger die beschwingten Figuren - so das Vortragekreuz (1736) und die Schutzheiligen Blasius (1736) und Margareta (1737) beisteuerte. In den Jahren 1869 und 1878 wurde das Innere umgestaltet. Leider ersetzte man den barocken Hochaltar und die entsprechenden Seitenaltäre durch neu-romanische. Es folgte 1933 ein Ausbau/Erweiterung des Langhauses nach Süd-Westen und Anbau einer Sakristei im Nord-Osten, bei dem auch ein schönes Rokokotabernakel erworben wurde.

Eine gründliche Außen- und Innenrenovation fand in den Jahren 1997/98 statt. Die Wiedereinweihung erfolgte am 20. Februar 1999 durch den Weihbischof Thomas Maria Renz.